One Design-Cup Bregenzer Segel-Club

04.09.2004 - 05.09.2004, Veranstaltungsort: Bregenz

Pleiten, Pech und Pannen beim One-Design-Cup

Zunächst der positive Bericht über den heurigen One-Design-Cup in Bregenz:

Wider Erwarten gab es in der Bregenzer Bucht diesmal nicht nur am Samstag ein wenig Wind, der Sonntag wurde sogar zum wunderschönen Segeltag. Im Gegensatz zum Vorjahr (keine einzige Wettfahrt!) konnten also diesmal vier Wettfahrten absolviert werden, drei davon allerdings auf verkürzter Bahn, um etwas Zeit zu gewinnen. Das Wetter war prachtvoll, das Wasser (in den Pausen zwischen den Wettfahrten) noch immer sehr angenehm, die Stimmung insgesamt sehr gut.

Die Teilnehmerzahlen waren wieder ausgeglichener als in den letzten Jahren – immerhin 13 Rommel 33 waren am Start, dazu neun Beneteau 25 und acht Fisrt Class 8. Die X-99 waren mit 14 Schiffen zwar immer noch die größte Klasse, aber es scheint, als wäre nach der WM-Saison doch ein wenig die Luft ausgegangen – zudem befanden sich mehrere X-99-Segler beim 101-Worldcup in Konstanz, wo sie sich hervorragend platzieren konnten (Tino Ellegast als Zweiter, Alf Pfeiffer als Dritter – hinter Eckhard Kaller, der ja auch bei mehreren Regatten am Steuer einer X-99 saß).

Und die anna katharina 2? Die konnte trotz reduzierter Besatzung (auch Henrik war beim 101-Worldcup) gleich in der ersten Wettfahrt zuschlagen: Ein guter Start, ein durch zu viele auf Steuerbord folgende Schiffe erzwungener langer Schlag in Richtung Rheindamm, der sich als goldrichtig erwies – und die Führung an der Luvtonne hinter den ersten vier der dreizehn fünf Minuten vor uns gestarteten Rommel 33. Als die ein paar Schiffslängen hinter uns liegenden Verfolger (vento azzuro, Carabella, Cosit) halsten, wollten wir natürlich reagieren – doch das ging nicht: Der Topnant (das Fall des Spi-Baumes) war im Mast verklemmt, der Spibaum konnte nicht hochgezogen werden und musste deshalb von Hand hoch gehalten werden (siehe zweites Foto). Bis wir den Topnant verkürzt und provisorisch umgeknüpft hatten, waren vento azzuro und Carabella schon fast weg – doch wir konnten sie bis zum Ziel noch einholen, liefen eine halbe Schiffslänge hinter der vento, einen Meter vor der Cosit und eine halbe Schiffslänge vor der Carabella ins Ziel ein. Ein zweiter Platz zum Auftakt trotz eines größeren Problems – das konnte sich doch sehen lassen!

Und jetzt der negative Bericht über den heurigen One-Design-Cup in Bregenz:

Das Desaster der anna katharina 2 begann bereits an der ersten Luvtonne: Schon beim ersten Setzen des Spinnakers konnte der Spi-Baum nicht hochgezogen werden, die deutlich in Führung liegende anna katharina 2 musste die vento azzuro vorbeilassen und sich im Ziel mit Platz 2 begnügen. Beim anschließenden zweiten Startversuch war die Sicht auf die Außentonne der Startlinie durch zwei offensichtliche Frühstarter verhindert, die Wettfahrtleitung am Startboot erklärte aber später, sie hätten nur die anna katharina 2 als Frühstarter wahrgenommen und die anderen nicht identifizieren können. Die anna katharina 2 wäre also disqualifiziert worden – wenn die Wettfahrt nicht wegen des einschlafenden Windes abgeschossen worden wäre.

Der zweite Tag war noch schlimmer: Schon bei der ersten Wettfahrt fehlte am Start der Schwung, die rechte Seite erwies sich als schlecht und schließlich fehlte es am Trimm: Allein auf dem Spi-Kurs überholten uns vier Schiffe, insgesamt fielen wir im Lauf der Wettfahrt vom siebten auf den dreizehnten Rang zurück! Ähnlich erging es uns beim zweiten Start: Die X-Mas drückte uns in den Wind, beim Start fehlte der Schwung und die besser gestartete Equis legte sich bald auf uns und nahm uns die Luft. Diesmal verloren wir schon auf der Kreuz die meisten Plätze, sodass der Spinnakerkurs keine Veränderungen mehr brachte: Platz 12!!

Doch erst in der letzten Wettfahrt wurde das Maß voll: Diesmal drängten wir die X-Mas hoch und in den Frühstart, konnten uns aber selbst vor der Linie halten. Fünfzehn Sekunden vor dem Start schien die Position bestens, der Abstand zur Linie ausreichend, sodass ich vom Vorschiff das Signal zum „Gasgeben“ gab. Genau in diesem Moment beschleunigte eine Böe das Schiff so sehr, dass es zu früh über die Startlinie schoss – aus einem optimalen Start wurde ein Debakel: zurück zur Tonne, es folgten ein zweiter Start und eine vergebliche Aufholjagd gemeinsam mit der ebenfalls neu gestarteten X-Mas. Fazit: Was ein versöhnlicher Abschluss einer durchwachsenen Saison hätte werden können, geriet so zur großen Enttäuschung.

maba

P.S. Das i-Tüpfelchen kam nach der Regatta: Laut Wettfahrtleitung sind wir bei der letzten Wettfahrt gar nicht als Frühstarter wahrgenommen worden, hätten also den schönen Speed am Start ganz einfach mitnehmen können. So geht's, wenn alles schiefgeht...

Fotos: Hermann Thüringer

Download: Gesamtergebnis_der_Wettfahrten_

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