German Open X-99 Lindauer Segel Club

26.06.2004 - 27.06.2004, Veranstaltungsort: Lindau

Erste WM-Fieberschübe bei der German Open vor Lindau

Dass die Anna Katharina 2 bei der WM 2004 in Bregenz (vom 4. – 10. Juli) nicht mit der auf der Crew-Seite abgebildeten Stammcrew antritt, hat zunächst berufliche und private Gründe: Drei der bisherigen Crewmitglieder mussten sich in den letzten Monaten für die WM – und damit auch für die Vorbereitungsregatten – abmelden.

Zum Glück konnten wir aus der Not eine Tugend machen – und neben Henrik Kautz, der sich schon vergangene Saison zu uns gesellte, unseren Segelmacher Markus Rösch und seinen Namensvetter Mike Rösch (bekannt vom 30er Schärenkreuzer) dazu gewinnen, bei uns mitzumachen. Die beiden gaben am 26./27. Juni ihr Debüt auf der Anna Katharina. Markus Rösch brachte gleich einen neue Genua mit, sodass zumindest die erste der vier Wettfahrten vor Lindau zu einer Trainings- und Trimmfahrt wurde.

Die geriet angesichts von 38 startenden X-99 (darunter der estnische Vizeweltmeister Peter Saraskin und der deutsche Meister Christian Soyka als Steuermann der Xpresso) gar nicht so schlecht: Mit Platz 20 liessen wir ja immerhin noch 17 Schiffe hinter uns – und das sind jedenfalls mehr als bei den bisherigen Regatten. Noch besser gerieten der zweite und der vierte Lauf: Mit den Plätzen 12 und 11 waren wir hoch zufrieden. Dazwischen lag noch eine Wettfahrt, bei der wir uns ein wenig verirrten (bzw. die falsche Seite erwischten) und uns deshalb mit Rang 22 begnügen mussten.

Insgesamt lief es aber noch besser als in Langenargen, und das auch bei stärkerem Wind (am Sonntag begann die einzige Wettfahrt bei rund 20 Knoten Wind, weshalb wir zunächst mit der Fock unterwegs waren, die wir aber schon auf dem ersten Spi-Kurs gegen die Genua austauschten). Nur auf dem Vorwindkurs halten wir das Tempo mancher Konkurrenten noch nicht ganz (ist der Spi doch zu alt?).

In der Endabrechnung wurde das Streichresultat für uns für einmal zum Nachteil: Weil fast alle unmittelbaren Konkurrenten zumindest ein ganz schlechtes Resultat aufwiesen, das sie streichen konnten, schnitten sie besser ab, als wenn alle vier Läufe gewertet worden wären, während wir durch den Streicher eher zurückfielen. Aber Platz 19 ist fürs erste ein gutes Resultat, mit dem wir z.B. bei der WM mehr als zufrieden wären (dort starten nämlich fast 20 Schiffe mehr, und der Großteil der Dazustoßenden sind Profis...).

Was wir sonst noch für die WM lernten? Am Start wird es noch enger als bisher, und vor allem bei gleichmäßigem Wind ist das Feld so dicht beieinander, dass ein Schlag auf Steuerbordbug zum aufregenden Abenteuer werden kann – ganz zu schweigen von den Bojenmanövern. Wir sind jedenfalls gespannt auf das erste WM-Training mit allen Teilnehmern am kommenden Sonntag!

Gewonnen hat übrigens die "Vento Azzuro", die damit zum ersten Herausforderer von Weltmeister "Velux" avanciert. Zweite wurden die Esten (mit der "Zuxu") und dritte die Mistral II mit Tino Ellegast. Recht gut lief es auch für Uli Diem (10. im Gesamtergebnis) und Charly Rümmele (29. mit neuer Genua), während Wolfi Pschorr mit den alten Segeln ein wenig hinterherfuhr. Aber das soll sich Gerüchten zufolge nächste Woche ändern (das mit den alten Segeln).

maba

Fotos: Hermann Thüringer

Download: Erg00304.htm

zurück