57.te Rund Um (B + L) Lindauer Segler Club
08.06.2007 - 09.06.2007, Veranstaltungsort: Lindau
Erbarmungslos - der Bodensee zeigt seine Schattenseiten
„Nie wieder Rundum!“ schwor Steuermann Beato 2006, als die annakatharina einen sicheren Spitzenplatz durch eine Fehlentscheidung vor Romanshorn verlor. „Nie wieder“ bezog sich natürlich nur auf 2006, und so trafen sich am Freitagabend an Bord der annakatharina neben Beato, Julia und Markus noch drei Gäste aus der Leica Geosystems: der segelerfahrene Bastian aus Holland und seine etwas weniger segelerfahrenen, aber geduldigen und durchaus toleranten Kolleginnen Bettina und Melanie.
Den nötigen Adrelaninschub lieferte diesmal nicht der Start allein, sondern die Tatsache, dass 15 Minuten davor die Backstag aus dem Mast flog, was bedeutete, das Großsegel zu bergen, ins obere Drittel des Mastes aufzusteigen und den Draht wieder einzuhängen – pünktlich zum 10-Minuten-Schuss war das Großsegel wieder oben. Nur die Startposition war jetzt eher zufällig, denn viel Spielraum blieb nicht mehr. So hieß es denn, eine möglichst von großen Schiffen freie Position zu finden und mit Tempo loszufahren – was etwa 100 Meter oberhalb der Süd-Boje auch gelang.
Die anderen X-99 in Sichtweite waren großteils etwas in Rückstand, nur die Mäx lag gleichauf, später konnten wir dann noch die Gemma-X beobachten, wie sie mit einem kurzen Privatwind vor dem Rohrspitz kurzfristig davonzog. Was wir nicht sahen, war die Tatsache, dass es Pfeil 2 (Sieger 2004) und Danine (Sieger 2006) gelungen war, den letzten Wind-Zug Richtung Romanshorn noch zu erwischen, während praktisch alle anderen nach rund zwei Stunden auf Höhe Altenrhein stehenblieben – mit der erstaunlichen Konsequenz, dass plötzlich alle langsameren Schiffe aufschlossen, bis wir von den seltsamsten Gefährten (Zitat Beato: „Salatschüsseln“) umgeben waren.
Mit einer einigermaßen gelungenen Taktik konnten wir bis Romanshorn wieder Boden gut machen, begegneten dort einigen anderen Xen, und zogen schließlich nach der Tonne durch einen kurzen Schlag in Richtung Seemitte an einer Reihe von Schiffen wieder vorbei. Allein: Vor dem Eichhorn kam der nächste Schicksalsschlag! Fünf Minuten ohne Wind und fast ohne Bewegung direkt vor der Tonne reichten, um einen ganzen Pulk von hinten mit frischem Wind heran- und mit dem Schwung an uns vorbeizutreiben – darunter die X99 Merlin, New Experience, Kiribati und Trouble X.
Der Rest ist schnell erzählt: Die Kiribati konnten wir durch einen Schlag ans Birnauer Ufer bis Überlingen wieder einholen, die anderen kamen uns zwar lange vor Überlingen entgegen, blieben dann aber vor Unteruhldingen hängen, bis wir wieder aufgeschlossen hatten, und schließlich wurde es zu einem zähen Fünfkampf zwischen Kiribati, Nix wie weg, Trouble X, New Experience und annakatharina, der endete, als unser mobiles GPS vermeldete, beim augenblicklichen Tempo würden wir ungefähr am Montagnachmittag ins Ziel kommen. Da war es Samstag um 13.30 Uhr, weit und breit kein Wind zu sehen und die Wellen der Fähren und Motorboote so lästig, dass wir kaum mehr vom Fleck kamen.
Dass während der motorisierten und unbetakelten Rückfahrt nach Bregenz letztlich doch noch ein Gewitterwind aufkam und uns gen Osten beschleunigte, war da weder Trost noch Anlass, an der Entscheidung zu zweifeln – vier bis fünf Stunden hätten wir garantiert noch gebraucht, was nicht zuletzt durch die Einlaufzeit der einzigen X99 aus unserer Nähe bestätigt wird, die nicht aufgab: Die Trouble X erreichte kurz vor 19.00h das Ziel, rund zweieinhalb Stunden nach den beiden Ersten.
Fazit: Die Verpflegung war wie immer bestens, die Crew trotz der frustrierenden Erlebnisse gut gelaunt, und was wir besser machen können hätten, wissen wir auch zwei Tage danach noch nicht wirklich – also doch kein Grund, „Nie wieder Rundum!“ zu verkünden...
mb
Download: Ergebnis_gesamt_2007_ohneorc.pdf

